Rückblick 2001: Party als Jungschützenkönigspaar statt Büffeln in der Meisterschule

Vor 25 Jahren regierten Simon Limke und Melanie Kramer (heute Steinberg) als Jungschützenkönigspaar die St. Hubertus Schützengilde Rietberg. Dass sie einmal gemeinsam auf dem Thron stehen würden, war dabei alles andere als geplant. Auch wenn das gemeinsame Regierungsjahr ein Vierteljahrhundert zurückliegt, sind viele Erinnerungen bis heute präsent.

Simon kam über seine Familie zur Gilde. Sein Vater Wolfgang und sein Großvater Viktor engagierten sich über viele Jahre in führenden Positionen des Vereins und prägten seine Verbundenheit zum Schützenwesen. Dass er 2001 selbst Jungschützenkönig werden würde, war allerdings keineswegs geplant. „Mit viel Zielwasser“, wie er heute schmunzelnd erzählt, stellte er sich erstmals an der Vogelstange an. Die Schlange der Bewerber war lang, Simon kam erst relativ spät dazu und brauchte nur wenige Schüsse, bis der Adler fiel.

Ebenso spontan war alles für Königin Melanie. Erst im Rahmen des Schießens fragte Simon sie, ob sie ihn begleiten würde. Ihre Reaktion? “Grundsätzlich gerne. Aber bitte nicht dieses Jahr.” Gerade hatte sie ihre Meisterschule begonnen und wollte am Montag eigentlich auf keinen Fall fehlen. Als der Adler schließlich fiel, ahnte Melanie zunächst gar nicht, was passiert war. Sie sah nur die jubelnde Clique und dachte, ein Bekannter müsse König geworden sein. Erst als sie hörte, dass Simon den entscheidenden Schuss abgegeben hatte, wurde ihr klar: Jetzt wird’s dann doch ernst. Lange überlegen konnte sie eh nicht mehr. Freunde hoben sie bereits hoch und machten deutlich, dass ihre Regentschaft nun begonnen hatte. Die Meisterschule am Montag musste einen Tag warten.

Eine Zeit voller schöner Erinnerungen

Die Freude bei Familie und Freunden war riesig. Besonders Simons Vater, König der Gilde von 1996, war stolz auf seinen Sohn. Melanies Familie hatte dagegen selbst keinen Bezug zum Schützenwesen. “Aber ich wurde von Simons Familie herzlich aufgenommen und während des gesamten Königsjahres begleitet.”

Viele Erinnerungen verbinden die beiden noch heute mit ihrer Regentschaft. Simon denkt schmunzelnd an die Nachbarn am heimischen Fliederweg zurück, die bereits den Kranz vorbereitet hatten, während das Königspaar noch in der Longdrinkbar feierte und deutlich zu spät erschien. Für Melanie ist besonders das Druffeler Schützenfest in Erinnerung geblieben, bei dem gemeinsam mit den Druffeler Jungschützen ausgelassen gefeiert wurde.

Den Traum von der großen Königinnen-Würde noch nicht aufgegeben

Nach einem Jahr mussten Krone und Kette zwar weitergegeben werden, doch die Verbundenheit blieb bestehen. Simon ist zwar leidenschaftlicher Karnevalist, aktuell Vize-Präsident des Elferrats und seine Frau Martina amtierende Prinzessin der Grafschaftler in Rietberg. Doch der Gilde ist er bis heute treu geblieben, marschiert regelmäßig mit und gehörte 2016/17 gemeinsam mit seiner Frau Martina als Zeremonienmeisterpaar dem Thron von Holger und Carina Hanhardt an.

Melanie ist ebenfalls weiterhin Mitglied der St. Hubertus Schützengilde – auch wenn sie inzwischen seit rund 20 Jahren in Lippetal lebt. Einen kleinen Traum hat sie bis heute nicht aufgegeben: Irgendwann selbst einmal große Schützenkönigin zu werden. Und wer weiß? Vielleicht wird dieser Traum ja eines Tages noch Wirklichkeit.

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